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Grenzüberschreitende Exkursion zu den Störchen in Marchegg

Am 24. Juni 2026 fand eine grenzüberschreitende Exkursion nach Marchegg statt. An der Veranstaltung nahmen slowakische und österreichische Kinder teil. Das Geländeprogramm war für Schülerinnen und Schüler der 1. bis 9. Jahrgangsstufe konzipiert und dauerte rund 180 Minuten. Im Mittelpunkt standen Naturerlebnis, Artenvielfalt, ökologische Zusammenhänge sowie das gemeinsame Lernen im grenzüberschreitenden Raum.
Die Exkursion führte die Teilnehmenden in das Naturschutzgebiet „Moravské luhy – Marchauen“, das zu den besonders wertvollen Naturräumen Niederösterreichs zählt. Dieses Gebiet bietet zahlreichen gefährdeten Pflanzen- und Tierarten einen wichtigen Lebensraum. Durch die Auwälder, Feuchtwiesen und Überschwemmungsflächen konnten die Kinder unmittelbar erleben, wie vielfältig und empfindlich naturnahe Lebensräume sind.
Ein besonderer Höhepunkt des Programms war der Besuch der größten Kolonie von Weißstörchen in Mitteleuropa, die auf Bäumen nisten. Die Gruppe machte sich auf den Weg zum Schloss Marchegg und spazierte entlang des Storchenweges. Dabei konnten die Kinder die Störche beobachten und mehr über ihre Lebensweise, ihre Nahrungssuche, ihren Lebensraum und ihre Bedeutung für das Ökosystem erfahren. Die Beobachtung der Störche machte deutlich, wie wichtig der Schutz von Feuchtgebieten, Wiesen und naturnahen Landschaften für den Erhalt dieser Vogelart ist.
Neben den Weißstörchen lernten die Kinder auch verschiedene Tier- und Pflanzenarten kennen, die in den Auwäldern leben. Durch das Geländeprogramm wurden ökologische Zusammenhänge anschaulich vermittelt. Die Schülerinnen und Schüler konnten Fragen stellen, beobachten, vergleichen und ihre Eindrücke mit Kindern aus dem Nachbarland teilen. Dadurch wurde nicht nur Umweltwissen aufgebaut, sondern auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und das gemeinsame Naturverständnis gestärkt.
Ein weiterer Programmpunkt war die Beobachtung der Konik-Pferde. Diese alte Pferderasse aus Polen steht dem ausgestorbenen europäischen Wildpferd sehr nahe. Die Tiere sind besonders gut an die rauen Bedingungen in Überschwemmungsgebieten angepasst. Durch ihr Grasen tragen sie dazu bei, die Wiesen offen zu halten. Dadurch leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege und zur Erhaltung wertvoller Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Die Exkursion bot den Kindern die Möglichkeit, Natur mit allen Sinnen zu erleben und gleichzeitig wichtige Themen wie Biodiversität, Lebensraumschutz, Klimaanpassung und nachhaltige Landschaftspflege kennenzulernen. Besonders wertvoll war der grenzüberschreitende Charakter der Veranstaltung: Slowakische und österreichische Kinder konnten gemeinsam lernen, beobachten und miteinander in Austausch treten. Dadurch wurde sichtbar, dass Natur- und Umweltschutz keine nationalen Grenzen kennen, sondern gemeinsame Verantwortung erfordern.
Insgesamt war die Exkursion nach Marchegg ein gelungenes Beispiel für praxisnahe Umweltbildung im grenzüberschreitenden Kontext. Die Kinder konnten die Bedeutung der Marchauen als wertvollen Naturraum erfahren, die Weißstörche in ihrem natürlichen Lebensumfeld beobachten und die Rolle der Konik-Pferde für die Pflege der Landschaft kennenlernen. Die Veranstaltung trug damit zur Sensibilisierung für Artenvielfalt, Naturschutz und nachhaltiges Handeln bei.

